Kriminalität und Gewalt im Leben alter Menschen (KuGiLaM)

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Zoom e.V. kooperierte mit dem Krimi­nolo­gischen Forschungs­institut Nieder­sachsen in einem vom BMFSFJ geförderten Forschungs­projekt zu Vik­timi­sierungs­erfahrungen älterer Menschen in all­täglichen Wohn- und Leben­sum­feldern, Projekt­leitung Dr. Thomas Görgen. Diese Unter­suchung knüpfte in Teilen an die 1992 vom KFN durch­geführte Opfer­studie an. Sie sollte mit dem zeit­lichen Abstand von mehr als einem Jahr­zehnt Ver­gleichs­daten er­bringen und setzte zu­gleich inhalt­lich wie metho­disch neue Akzente. Ins­be­son­dere kommt nun der Thematik von Gewalt- und Opfer­erfahr­ungen in häus­lichen Pflege­be­ziehungen große Be­deutung zu. Die Studie be­schränkte sich auf Personen, die in Privat­haus­halten leben. Das Projekt bestand aus zwei metho­disch von­einander differen­zierten, dabei inhalt­lich auf­einander be­zogenen Teil­studien.

 

Modul 1 "Viktimisierungserfahrungen, Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht in Privathaushalten lebender Personen in alltäglichen Wohn- und Lebensumfeldern" schloss in modifizierter Form und unter stärkerer Einbeziehung hochaltriger Personen an die KFN-Opferbefragung 1992 an. Die Datenerhebung wurde als Kombination eines standardisierten face-to-face-Interviews mit einer schriftlichen drop-off-Befragung (letztere mit Schwerpunkt auf Opfererfahrungen im sozialen Nahraum) durchgeführt. Über die Erhebung aktueller Prävalenzdaten hinaus zielte die Befragung vor allem auf die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren, Aspekte der Bewältigung von Viktimisierungserfahrungen sowie auf krimi­na­li­täts­bezogene Wahrnehmungen, Risikoeinschätzungen und Ängste und deren Konsequenzen für die alltägliche Lebensgestaltung sowie für individuelle Opferwerdungsrisiken ab.

 

Modul 2 "Vik­timisierungs­erfahrungen im Kontext häuslicher Pflege" griff mit starkem Akzent auf quali­tativen Ver­fahren die mittels standar­disierter Be­fra­gungen nur be­grenzt zu­gäng­liche Thematik der Miss­handlung und Ver­nach­lässigung von Menschen auf, die zu Hause von An­ge­hörigen bzw. am­bu­lanten Diensten ge­pflegt werden. Das Unter­suchungs­design verfolgte eine methodische Doppel­strategie vor, welche qua­li­tativ orientierte Inter­views mit an häus­lichen Pflege­arran­gements an zentraler Stelle be­teiligten Personen (Pflege­bedürftigen, familiären Pflege­personen, Mit­arbeiter­Innen am­bulanter Pflege­dienste) um eine standar­disierte schrift­liche Be­fragung von Pflegenden er­gänzte.

 

Die primär in das Dunkel­feld ab­zielenden Be­fragungen wurden mit er­gänzen­den Analysen der Opfer­werdung älterer Menschen an­hand von Kriminal­statistiken und Akten ein­schlägiger In­stanzen ver­knüpft.

 

Die Langfassung (5,3 MB) der Studie kann hier heruntergeladen werden (download).

 

Auch eine Kurzfassung des Abschlussberichtes liegt vor (download) und ist über die Homepage des BMFSFJ gratis bestellbar. Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie werden im Aktionsprogramm Sicher leben im Alter (SiliA) umgesetzt.

 

Weitere Informationen und Publikationen

 

Ansprechpartnerinnen: Barbara Nägele und Sandra Kotlenga